60 Jahre Musikverein Malschenberg

(nih) Auf sechs Jahrzehnten aktive Blasmusik in Malschenberg blickt der Musikverein Trachtenkapelle „Harmonie“ zurück. Man kann sagen mit Stolz, denn während dieser Jahrzehnte zeigten die Malschenberger Blasmusiker stets hohe Motivation, wenn es darum ging, den einen oder anderen Tiefpunkt im Vereinsleben bravourös zu meistern, um das zu schaffen, was die Trachtenkapelle „Harmonie“ heute darstellt. Als Lokalität für die beiden Jubiläumstage hatte man die Brunnenberghalle gewählt, weil der Musikverein hier zum Einen im Untergeschoss sowieso seinen Vereins- und Übungsraum hat, zum Anderen, weil die Akustik in der Halle, wie sich bei den Darbietungen zeigte, der Blasmusikfülle sich als besonders dienlich erwies. Den riesigen Arbeitsaufwand, Bühne, Tische und Stühle aus Rauenberg heran zu schaffen, nahm man offenbar dafür gerne in Kauf.

Zentraler Punkt des Jubiläums war die festliche Abendveranstaltung am Samstag. Vorsitzender Rüdiger Knopf konnte zahlreiche Honoratioren der Stadt und vom Blasmusikerverband Rhein-Neckar (BVRN) begrüßen. Besondere Gäste, die auch den zweiten Teil des Festabends gestalteten, waren die Freunde des Musikvereins Ötigheim. Knopf stellte u. a. die in diesem Jahr geschaffene CD vor, für die man Tage, Wochen und Monate aufgebracht habe, die pünktlich zum Jubiläum fertiggestellt worden und nun für jedermann erhältlich sei. Die 12 darauf festgehaltenen Titel sprächen, was den musikalischen Klang und die Qualität betreffe, für sich, so dass man mit Fug und Recht von einem „Andenken für die Ewigkeit“ reden könne. Und was auf der CD an Musikstücken festgehalten ist, das präsentierten zum Teil die Malschenberger Musiker unter Dirigent Erich Merklinger auch den Gästen im Verlauf des Festabends.

 

Stadtoberhaupt Frank Broghammer lobte in seinen Grußworten die Leistung der Malschenberger Musiker, die sich zwei Belangen besonders verschrieben hätten, nämlich der Pflege der Musik wie auch der Gemeinschaftspflege. Die Glückwünsche des Ortschaftsrates und der ortsansässigen Vereine übermittelte Ortsvorsteher Hugo Seltenreich. Wie er sagte, sei aus dem Kulturleben Malschenbergs die „Trachtenkapelle“ einfach nicht mehr wegzudenken. Sie gestalte schon lange viele Ortstermine mit und mit dem „Weihnachtsplätzchen“ habe sie in Malschenberg ein stimmungsvolles Kommunikationszentrum geschaffen.

 

Kaum einer der Gäste dürfte wohl zuvor Alphornmusik live erlebt haben und jeder war somit neugierig auf die „Alphornbläser Letzenberg“, die mit ihren Hörnern unter den Klängen des „Badner Liedes“ einmarschierten. Was das „Trio“ Fernando Moroni, Xaver Frank und Ingbert Thorn den ungewöhnlichen Musikinstrumenten entlockte, rief helle Begeisterung hervor. Die Showeinlage war perfekt.

 

Zu einem Jubiläumsfestabend gehören obligatorisch meist Ehrungen. So auch hier. Herbert Müller, Vorsitzender des BVRN, zeichnete auf Verbandsebene aus für 10 Jahre aktive Musikertätigkeit (Bronze):  Marina Knopf und Philipp Knopf für 20 Jahre (Silber): Thomas Müller und Aaron Farinas. Für langjährige Mitgliedschaft ehrte Rüdiger Knopf danach für: 10 Jahre (Bonze): Hugo Seltenreich, Niels Kunzmann, Heike Brucker, Marie Kunzmann, Sabine Rieger, Rebecca Rieger, Jessica Müller, Christine Müller; 20 Jahre (Silber): Maria Anselment, Albrecht Back, Maria Farinas, Jesus Farinas, Gerhard Engler, Peter Ittemann, Karin Pittich, Erika Roth, Maritta Stang, Heinz Schwarz; 30 Jahre (Gold): Renate Wehner, Wolfgang Nasick, Wilma Knopf; 40 Jahre (Ehrenmitglied): Johann Reichenbach; 50 Jahre (Urkunde): Alois Bellemann, Georg Hassis, Hermann Heilmann; 60 Jahre (Urkunde): Albrecht Bender, Andreas Schmidt; 25 Jahre aktiv (Urkunde): Kerstin Brucker, ununterbrochen aktiv dabei für 54 Jahre Willi Rössler. Eine außerplanmäßige Ehrung nahm schließlich noch Bürgermeister Broghammer vor, als er Rüdiger Knopf für dessen langjährige Ehrenamtstätigkeit im Vorstand der Trachtenkapelle mit der bronzenen Kulturmedaille der Stadt auszeichnete.

 

Dass freundschaftliche Beziehungen bei den Malschenberger Musikern schon immer großgeschrieben wurden, das bewiesen nicht nur während des Sonntagsverlaufs die Gastkapellen aus der Region wie Walldorf, Malsch, Sandhausen und Eichelberg beim Mitgestalten des geselligen Unterhaltungsprogramms, sondern vor allem die Freunde des Musikvereins Wullenstetten bei Ulm, mit denen man bereits seit beachtlichen 50 Jahren gegenseitige Besuche pflegt.